FRAGEN AN DIE EIGENE DISZIPLIN
 

PLUS ULTRA ist eine theoretische Auseinandersetzung mit der Disziplin Design. PLUS ULTRA ist keine Designtheorie, sondern eine Designertheorie.
Die rein gedankliche Betrachtung unserer Disziplin hat ihren Ursprung in der Praxis und versucht dieser in der Analyse theoretischer Schriften anderer Disziplinen
habhaft zu werden.
Der Titel der Arbeit ist Peter Sloterdijks Rede »Das Zeug zur Macht« anlässlich der Designkonferenz »Communication Next 2006« an der Hochschule für Gestaltung
in Karlsruhe entlehnt. Diese Rede konfrontierte uns mit einer Sicht auf das Design,
die über die klassische, in unserem Bereich oft eingeschränkte Betrachtungsweise hinausgeht. Angeregt von diesem Blickwechsel befragt PLUS ULTRA die eigene und andere Disziplinen. Zum einen wurden Experten der Psychologie, der Erziehnungs-
wissenschaften, der Kunstgeschichte und anderer Disziplinen um eine Stellungnahme zu vier ausgewählten eigenen Arbeiten gebeten. Zum anderen bestimmte dieser Blickwechsel die Auswahl der theoretischen Schriften, die der Arbeit zugrunde liegen.
Die Kommunikationsbranche hat in den letzten Jahren, nicht zuletzt durch die wachsende Anzahl an Verbreitungsmedien, starke Veränderungen erfahren. Unsere Disziplin begegnet dieser Entwicklung mit einer Anarchie der Begriffe. Im un-
ablässigen Bestreben, unseren Fachbereich begrifflich zu erfassen, wurde im Laufe unser Studienzeit aus Grafikdesign und Visueller Kommunikation das Kommu-
nikationsdesign. Ein zweiter entscheidener Auslöser für die Arbeit ist in den daraus resultierenden Unsicherheiten zu sehen. In welchem Wirkungsfeld bewegt sich
Design? Wie sieht das Tätigkeitsfeld des Designs aus? Welche Verantwortung hat Design? Was ist Kommunikation? Wie verhalten sich Design und Kommunikation zueinander?
Wenn der Designer des Corporate Designs zum Corporate Designer wird, wenn von einer Steuerbarkeit der Kommunikation im Bezug auf das Gelingen ausgegangen
wird und wenn die Oberfläche, im Sinne eines Displaydesigns, als einziges Kriterium in der Gestaltung und der Bewertung zulässig ist, wird die Beantwortung der oben-
genannten Fragen für jeden Designer, der weiterdenkt, essentiell.
PLUS ULTRA setzt sich nicht mit Fragen des Geschmacks oder des Stils auseinander.
Vorherrschende Trends des Designs, wie sinnlose Schriftmoden, der übermäßige
Gebrauch dekorativer Elemente oder die bedingungslose Forderung neu und ausgefallen —modern— zu sein, stellen kein Kriterium dar. Die Arbeit veranschaulicht, neben
einer Untersuchung der Begriffe Design und Kommunikation, den Designprozess an-
hand eines einfachen Modells. Das Inhalt-zur-Form-Modell ermöglicht es, den Designprozess zu beschreiben und einzuordnen. Weitergehend wird dieses Modell an einer exemplarischen Arbeit durchgespielt, um seine Validität in der Praxis
zu zeigen. Das Modell versteht sich nicht als Gebrauchsanweisung und ist nur unter
der Voraussetzung von Kreativität als Designmethode lesbar. Diese entzieht
sich bewußt dem kategorischen Komparativ den Peter Sloterdijk in der bereits oben angesprochenen Rede für das Design formuliert. In der Anwendung wird immer
nur eine Arbeit bewertet. So haben alle Bewertungsfaktoren, die durch die reine Abgrenzung – Konkurrenz – zu anderen Arbeiten gegeben sind, keine Gültigkeit.
PLUS ULTRA bedeutet ein Mehr an Substanz im Design.

 

PLUS ULTRA—Fragen an die eigene Disziplin
ist unsere Diplomarbeit, mit der wir im Mai 2007
unser Studium an der Hochschule für Gestaltung
Karlsruhe abgeschlossen haben.

 

PLUS ULTRA—Fragen an die eigene Disziplin
wurde in einer Auflage von 200 Stück gedruckt
und ist im Ausnahmeverlag erhältlich.

 

Siehe auch: PLUS ULTRA—Die gebundene Ausgabe

Weiterführender Link: PLUS ULTRA im AusnahmeVerlag